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erste Aufnahmen mit Yuneec Q500 4K

Schon seit mitte Januar besitze ich eine Yuneec Q500 4K. Ein Quadrocopter mit 4K Kamera. Nachdem ich die Drohne schon ein paar Mal bei Nacht und Schlechtwetter geflogen bin, kam ich am letzten Wochenende endlich in den Genuss eines Schönwetterflugs. Mein erstes Fazit:

“Vogel”

Die Drohne ist 42x42cm gross (ohne Propeller) und mit Akku und Kamera 1,7Kg schwer. Sie ist schön anzuschauen, mir persönlich gefällt sie besser als die weissen DJI Phantom, was aber Geschmacksache ist. Die Propeller sind im Nu montiert, alles in allem ist die Drohne in ca. 2-3 Minuten betriebsbereit. Vor allem im Steigflug ist sie sehr gut hörbar aber bereits ab etwa 50M Höhe nimmt man das Geräusch kaum mehr war.

Flugeigenschaften

Die Yuneec Q500 lässt sich Kinderleicht bedienen. Vor allem im Smart Modus kann man kaum Fehler machen. Mit dem linken Steuerhebel wird Flughöhe und Ausrichtung, mit dem rechten Hebel die Flugrichtung gesteuert. Dabei spielt es keine Rolle in welche Richtung die Yuneec ausgerichtet ist. Drückt der Pilot den rechten Hebel nach vorne, fliegt sie vom Piloten aus gesehen nach vorne. Sie orientiert sich immer am Piloten, bzw. der Funkstation. Ausserdem folgt die Drohne in diesem Modus dem Piloten. Im Angle Modus wird es schon etwas kniffliger. Steuerhebel nach rechts bedeutet, die Drohne fliegt aus ihrer Sicht nach rechts. Das kann zu Beginn schon mal verwirren. Doch sollte mal ein Manöver schiefgehen ist dies in der Regel kein Problem. Wenn kein Hebel betätigt wird, bleibt die Drohne an Ort und Stelle schweben, was wirklich beeindruckend ist: Videoaufnahmen aus dem “Stand” sehen aus wie Fotos. Es scheint als wäre die Kamera an einem Gebäude montiert. Dies ist natürlich auch dem Gimbal zu verdanken, welcher extrem gut funktioniert!
Ausserdem gibt es noch den Flug Modus “Home”. Dieser bewirkt, dass sich die Drohne auf ca. 5-10 Meter zur Funkstation nähert und dann sanft zu Boden geht. Wichtig ist aber immer: vor jedem Flug sicher sein, dass genügend Platz zum Ausweichen oder Landen da ist und weder Mensch noch Tier zu Schaden kommen können.

Flugleistung

Die Drohne bewegt sich ziemlich zügig. Ich habe die Geschwindigkeiten nicht selber gemessen, aber laut diversen Berichten sind Geschwindigkeiten bis zu 60Km/h möglich. Mit ausgeschaltetem GPS hatte ich das Gefühl, an diese Geschwindigkeit heranzukommen. Im Angle Mode ist ein bisschen weniger möglich und im Smart Modus wird die Drohne noch einmal etwas langsamer. Schöne Bilder sind allerdings eh nur bei langsameren Geschwindigkeiten machbar, daher ist dies für mich nicht der wichtigste Punkt. Der Akku reichte bei mir ca. 15-18 Minuten bei Temperaturen von ca. 4-5 Grad Celsius. Gut möglich, dass bei angenehmeren Temperaturen 20-25 Minuten möglich sind. Dazu ist noch zu erwähnen, dass ich meine Drohne Occasion gekauft habe.

Kamera

Für mich der wichtigste Punkt. Die CGO3 Kamera macht 4K Videos und 12 Megapixel Bilder. Bei 4K sind immerhin noch 30FPS möglich, was für meinen Geschmack das Minimum sein sollte. Bei Schwenkern merkt man bald einmal, dass das Bild nicht ganz flüssig läuft. Abgesehen davon liefert die Kamera bei Tageslicht sehr schöne Bilder. Wird es etwas dunkler macht sich bald ein immer stärker werdendes Bildrauschen breit, was die drei Screenshots gut zeigen. Apropos Screenshot. Ich schaffe es nicht, mit der Kamera ein gutes Foto zu machen. Filme sind scharf, doch sobald ich ein Foto mache ist es verpixelt, trotz höchster Auflösung. Bis jetzt habe ich es nicht herausgefunden, ob es an mir oder der Kamera liegt. Deshalb mache ich bisher, wenn ich ein Foto benötige, einen Film und schneide mir anschliessend einen Screenshot als Foto raus (Beispielsweise mit VLC Media Player Tastenkombination [Shift]+[S]).

Was ich allerdings nur als absoluten Schund bezeichnen kann ist die Halterung des Gimbals. Die Kamera, das teuerste und empfindlichste Teil des ganzen Pakets, hält nur an vier “Gumminoppen”. Natürlich hilft dies die Vibrationen während des Flugs abzufangen. Aber ein kleiner Absturz reicht und die Kamera fliegt davon und reisst alle Kabel ab. Im Internet finden sich sehr viele Q500 Piloten welchen dies bereits geschah. Da hilft nur selber Hand anlegen:
Ich habe durch die Gummis vorne links und hinten rechts einen dünnen Kabelbinder gezogen. Es ist wichtig, darauf zu achten, dass genügend Luft ist, die Kabelbinder dürfen nur so weit angezogen werden, dass die Gummis ihren Job noch uneingeschränkt erledigen können. Ich will nicht herausfinden ob die Kamera mit dieser Sicherung einen Absturz besser überlebt. Falls sie allerdings drauf gehen sollte, dann jedenfalls nicht, weil die Kabel abgerissen wurden. 🙂

CGO3 Halterung mit Kabelbinder gesichert

Funkstation

Als Fernsteuerung / Bodenstation kommt die Yuneec ST10+ zum Einsatz. Die Station ist ziemlich gross, was aber für die Bedienung sehr praktisch ist. Die wichtigen Tasten sind gross genug um sie auch mit Handschuhen bedienen zu können. Das ist vor allem deshalb wichtig, weil die Betriebstemperatur der Drohne bei -5 Grad beginnt. Dass einem die Hände fast abfrieren merkt man während dem “spielen” erst, wenn es fast zu spät ist 😉
Auch sehr praktisch ist, dass das Display zur Videoübertragung integriert ist. Anders als bei anderen Herstellern, wo zur Videoübertragung ein Smartphone oder Tablet eingespannt werden muss. Allerdings ist das Display nicht sehr hell, wodurch es an einem sonnigen Tag schwierig wird, darauf etwas zu sehen. Dies wiederum sollte mit der Sonnenblende vereinfacht werden. Ich konnte dies noch nicht testen, da ich bereits einen Saugnapf der Halterung verloren habe…

Fazit

Nach erst ca. 2 Flugstunden kann ich sagen, dass die Drohne enorm viel Spass macht. Ich kann mir vorstellen, dass alleine das Fliegen doch bald einmal langweilig werden kann, da man schlussendlich mit der Yuneec halt doch nur hin und her fliegen kann. In Kombination mit der Kamera macht dies aber wahnsinnig süchtig. Die Bilder aus der Vogelperspektive sind atemberaubend. Bei jedem Flug beneide ich alle Vögel aufs Neue für ihre grandiose Aussicht. Für professionelle Einsätze reicht die Kamera zwar nicht, für persönliche Aufnahmen oder Youtube Videos ist die Qualität bei Tageslicht gut bis sehr gut. Was ausserdem überzeugt ist die kinderleichte Bedienung und die Akkulaufzeit. Für mich gehen Preis-/Leistung in Ordnung. Macht euch selber ein Bild indem Ihr mein erstes Video geniesst 🙂

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